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Schottland - Auf historischen Wegen durch die schottischen Highlands

30.04.2022

Während unsere Schottlandtour mit unseren Mountainbikes haben wir ein "Online-Tagebuch" geführt wo wir kurz vom Tag berichteten. Hier nochmals zum nachlesen.

Vor der Anreise

Halo a h-uile duine,
wir freuen uns sehr, dass ihr Interesse an unserem wunderschönen Reiseziel, die "schottischen Highlands", habt.
Morgen geht es nun endlich los und wir möchten euch gerne vorab einen kleinen Einblick verschaffen.
Wir starten frühs mit 3 VW-Bussen Richtung Amsterdam, am späten Nachmittag werden wir dann mit der Fähre nach Newcastle übersetzen. 16 Stunden dauert die Schifffahrt.
Angenehm, dass wir über Nacht unterwegs sind und in unseren 4-Bett-Kabinen schön machen können. Um 9 Uhr gehen wir in Newcastle von Board und fahren mit unserer VW-Minikarawane nach Glasgow weiter.
Nach einer informativen Stadtführung, die vermutlich unsere Englischkenntnisse überstrapazieren wird, werden wir hoffentlich unsere Köpfe in einem gemütlichen Pub wieder herunter kühlen können.
Tags darauf startet dann unsere 6-tägige MTB-Tour auf dem "West-Higland-Way" von Glasgow über Fort William und weiter auf dem "Great-Glen-Way" nach Inverness.
Auf der Tour wird unser Gepäck von Marion im Bus mitgenommen. Sie hat sich angeboten einen Begleittransport für uns zu übernehmen, das haben wir natürlich sofort sehr dankend angenommen.
Dabei wird sie abwechselnd von einem Teilnehmer unserer Gruppe begleitet, um ebenfalls viele faszinierenden Eindrücke, die Schottland nun einfach bietet, zu sammeln.
Am Wegesrand gibt es einiges zu erleben, sei es das Ungeheuer von Loch Ness, eine Wanderung durch das schönste Tal der Highlands, welches leider auch Schauplatz des größten Massenmordes Schottlands war, das "Glen Coe" oder eine Besichtigung der beeindruckenden Burganlage "Stirling Castle" oder oder oder.
Wir haben geplant, an jedem Tag einen kleinen Bericht unserer Erlebnisse gespickt mit ein paar Fotos ( hoffentlich scheint auch mal die Sonne) in diese Gruppe zu posten.
Mòran beannachdan

Tag 1

Good Morning from Great Britain
Nach dem Verstauen der Räder starteten wir gestern früh in Richtung Amsterdam . Die Fahrt verlief entspannt und so waren wir pünktlich am Check - In an der Fähre!
Nach den Bezug der 4er Kabinen ging es erstmal an Deck wo wir mit einem Guiness auf unsere MTB Tour durch die schottischen Highlands angestoßen haben!
Nach dem Auslaufen war schon klar, dass es keine ruhige Nacht werden würde!  
Rauer Seegang sollte uns bis zur Ankunft in Newcastle! begleiten! Das machte dem einen oder der anderen etwas zu schaffen, dazu kam  die Sorge eines Fahrers:
was machen wohl die Autos im Bauch des Schiffs „Hab ich die Handbremse auch richtig angezogen!
Ein kurzer Kontrollgang mit einem Schiffs-Offizier brachte Klarheit, Sie war nicht angezogen!
Nach den Ausschiffen gehts heute weiter nach Glasgow wo wir nachmittags eine geführte Sightseeingtour machen!
Morgen gehts dann mit den Bikes los!
Schönen Wochenende

Tag 2

Überraschung am Morgen!! Newcastle empfing uns mit Sonnenschein und 11 Grad!! Der Linksverkehr war für die Fahrer eine Herausforderung, aber sie schafften es problemlos!! In Glasgow angekommen , gab es anschließend eine Stadtführung mit Jutta, ein gebürtige Frankfurterin aus Sachsenhausen! Durch die deutschsprachige Führung haben wir vieles erfragen und erfahren können was in englisch verborgen geblieben wäre! Zum Abschluss ging es gemeinsam ins „Counting House“ , ein ehemaliges Bankhaus mit 300 verschiedenen Biersorten!! Den Abend verbrachten wir traditionell im Waxy O‘Conners, bei Livemusik, leckerem Essen und natürlich mitvGuinness und Tennent Bier!

Tag 3

Der erste Radtag stand an. Unsere Transporter konnten wir bei Jutta (Stadtführung) zu Hause für die Woche abstellen. Danach ging es mit Bike und Tagesrucksack auf den West Highland Way. Unterwegs haben wir eine deutschsprachige Führung in einer Whisky Destillerie(Glengoyne) genossen. (Mit Verkostung). Danach ging es bei original Schottischem Wetter noch einmal recht ruppig über den Conic Hill nach Balmaha zu unserer Übernachtung. Der tolle Blick auf Loch Lomond wird uns in Erinnerung bleiben.

Tag 4

Nach einem typisch schottischen Frühstück mit Eggs, Haggis & Beans starten wir in Richtung Tyndrum. Die Regen Wahrscheinlichkeit lag bei 80 % und so waren wir froh , dass sich der Himmel bewölkt mit kleinen Lücken zeigte, denn der Tag entlang des ca. 30 km langen Loch Lomond  mit seiner steilen Bergflanke ,sollte sehr lange und anstrengend werden!
Nachdem wir die ersten 15km hinter uns gebracht hatten stand eine 3-4 stündige Passage mit Schieben und Tragen an.  Das Schottische Hochland zeigte sich hier von seinen rauhen, aber auch schönen Seite! Der schmale Pfad führte über unzählige kleine Bäche, Steinstufen, Wurzel - Passagen und Felsen über die wir immer wieder die Räder tragen oder heben mussten! Aber durch gute Teamarbeit  schafften wir auch diese Herausforderung. Am Nachmittag setzte dann noch der vorhergesagte Regen ein, der uns auf dem  letzten 18km am West Highland Way zu unserem Ziel begleitete.
Nach einer heissen Dusche ließen wir den Abend im Tyndrum Inn ausklingen!

Tag 5

von Glencoe nach  Fort William*
Nach einer erholsamen Übernachtung und einem echt üppigen Frühstück mit einem bombastischen Fernblick verließen wir das Kings House Hotel. Unsere Route führte uns auf direkten Weg zum Devil‘s Stair Case.  Der Aufstieg  ließ sich meist nur schiebend bzw. tragend bewältigen. Einsetzender Nieselregen beflügelte nicht unsere Laune. Am höchsten Punkt angekommen verschnaufen wir, bevor der ruppige Downhill unsere fahrerische Fähigkeiten abverlangte. Der verblockte Weg, durchzogen von steingesäumten „Regenrinnen“ forderte seinen Tribut. Erstaunlich, dass wir nur ein Plattfuss flicken mussten.
Bevor wir das Ende des West Highland Ways erreichten, fuhren wir mit Blick auf den Ben Nevis durch die mystischen Täler der Highlands (Ben Nevis ist mit einer Höhe von 1.345 m der höchste Berg Schottlands.). In Fort William am Atlantik angekommen, verabschiedeten wir uns vom West Highland Way und freuen uns ab morgen auf den Great Glen Way in Richtung Inverness.
Mein Fazit zum Bergfest:
-leider noch keine Highland-Rinder gesehen
-schottische Kneipenkultur ist Weltklasse
-wenn‘s nicht schneit, dann ist das für die Schotten ‚gutes‘ Wetter

Tag 6

Wir verlassen das schön gelegene Städtchen Fort Williams (den westlichsten Punkt unserer Reise ) in Richtung Norden. Der Great Glen Way verläuft die ersten 50km parallel entlang zum Kaledonischen Kanal vorbei an Loch Linnhe, Loch Lochy, bis nach Fort Augustus am Loch Ness!  Nach dem ersten Blick am Seeufen auf Nessi’s Reich und kurzer Einkehr, stand nochmal fahrtechnisch wie konditionell ein traumhafter Abschnitt in den Bergen oberhalb von Loch Ness an. Die schweißtreibendem Aufstiege wurden durch die grandiose Landschaft, flowige Trails und immer wieder den tollen Blick auf Loch Ness belohnt!  Leider zeigte sich Nessi noch nicht, aber wir haben ja noch gut 10km am Loch Ness vor uns! Nach 90km rollten wir in der Abenddämmerung nach Drumnadrochit ein, wo wir in einen sehr schönen urigen Hotel nach einen exzellenten Essen in die Betten vielen.

Tag 7

Wir dürfen heute bei Sonnenschein starten, einfach ein wohliges Gefühl. Die Strecke führt uns wie gestern durch den märchenhaften Wald Schottlands. Er leuchtet bedingt durch das feuchtere Klima wesentlich grüner als unser. Der sanfte, ruhige Pfad schlängelt sich steil nach oben. Dennoch können wir den größten Teil, natürlich begleitet von Hunderter Schweisstropfen,  bewältigen, da kein nasses Geröll und Wurzeln uns den Aufstieg erschweren. Oben angekommen, eröffnet sich ein Anblick wie am Ettelsberg in Willingen, karg, trocken und windig. Es dauerte nicht allzu lange, da konnten wir wieder in den wunderschönen heimeligen Wald eintauchen und über flowige Trails bergab trifften. Völlig unerwartet, mitten im tiefsten Unterholz sprang uns plötzlich ein "Café" , mit einer Terrasse auf feuchten moderigen Untergrund, auf den Weg. Die Eigentümer bewirten das ganze Jahr über und das ganz ohne Strom. Wir fühlten uns wie bei "Hänsel und Gretel" und bekamen den leckersten Zitronenkuchen unseres Lebens mit 7 Kannen Kaffee a 1 Liter für 9 Personen, es sollte uns an nix mangeln. Wohl gefüllt rollten wir ins Tal nach Inverness bei herrlichem Sonnenschein ein. Ein großartiger Abschluß.

Abschluss

Frohe Ostern.
Unsere Tour geht leider zu Ende.
Heute sind wir mit einem Shuttleservice von Inverness zurück nach Glasgow zu Jutta und Douglas gefahren worden, wo unsere 2 anderen Autos auf uns warteten. Nach Kaffee und Stückchen verließen wir schweren Herzens Schottland und fahren nun weiter nach Newcastle. Heute Abend werden wir sicherlich noch einen gebührenden Abschlußabend in einem typisch englischen Pub haben.

Wir bedanken uns bei euch allen für Euer Interesse an unserer faszinierenden Reise durch die Highlands.

Schottland ist wahrlich eine Reise wert!