Mountainbike - September, 2016

Transalp 2016

Nach einjähriger Planung und Vorbereitung haben wir es in diesem Jahr geschafft, mit einer 16 Personen große Gruppe von Mountainbiker/-Innen unserer Sektion im Alter von 25 bis 63 Jahren einen Alpencross zu absolvieren. In 8 Tagen führte uns unsere Route  von Steinach am Brenner bis  Riva del Garda. Insgesamt absolvierten wir 12.000 Höhenmeter und  knapp 300 km Weg.

Da sich unsere gesammelten individuellen Eindrücke und Erfahrungen nicht in einem pauschalen Text zusammenfassen lassen, haben wir die Tagesetappen "einfach" tagebuchähnlich zusammen gefasst.

1. Etappe: Samstag, 03.09.2016

Anreise; Steinach am Brenner – Vinaders – Sattelbergalm (850 Hm, 13 km)
Nachdem unsere 16 Personen umfassende Gruppe sich vollständig um 13.00 Uhr in Steinach an der Berger Alm versammelt hatte, wurde bei herrlichstem Wetter aufgesattelt.
Nach der Anreise ging es zur Einstimmung unserer Tour auf einer ersten Teiletappe zunächst auf Asphalt über Nösslach nach Vinaders. Von da an führten uns Schotterstraßen vorbei an Almwiesen durch Waldstücke bis zur Sattelalm, wo wir übernachteten.

2. Etappe: Sonntag, 04.09.2016 (1060 Hm, 45 km)

Sattelalm – Brenner Grenzkammstraße – Kreuzjoch – Gossensaß – Sterzing - Mareit (Ridnaun)
Nach kräftigem Frühstück schafften wir es allesamt um 08.30 Uhr aufzusatteln. Bei wieder herrlichstem Wetter fiel uns dies auch nicht schwer, standen wir doch am Anfang unserer Tour.

Schon bald verjüngte sich nach der Sattelalm die Schotterstraße  zu einem Wanderweg, der die Fahrerei über Stock und Stein mit Wiesenpassagen recht mühsam machte. Nach rd. 470 Hm erreicht wir den Sattelberg auf dem Brenner Grenzkamm. Belohnt wurden wir mit einem sensationellen Panorama mit Blicken vom Brenner bis Sterzing und in die Zillertaler Alpen.  Weiter ging es vorbei an den alten Bunkeranlagen des 1. Weltkrieges über das Kreuzjoch, Flachjoch und Sandjöchl, bevor es über eine erstklassige Trailabfahrt rund 1000 Hm abwärts bis Gossensaß ging. Von dort aus weiter via Radweg nach Sterzing, wo wir ganz 'italienisch' eine erste Pizza zu uns nahmen, um anschließend unser zweites Quartier rd 10 km weiter in Mareit (Ridnauntal) für die nächste Etappe zu beziehen.

3. Etappe: Montag, 05.09.2016 (1900 Hm, 19 km)

Mareit (Ridnauntal) – Maiern - Moarerbergalm – Schneebergscharte – Schneeberghütte
Heutiges Ziel war das Schneeberghaus 'hinter' der  Schneebergscharte. Bei Regen und kühleren Temperaturen ging es in Mareit also zunächst in Regenmontur los. Am Talschluss in Maiern über Asphaltstraßen angekommen, radelten wir am Bergbaumuseum vorbei. Hier zeigte sich die komplette Geschichte von Europas ehemals höchstgelegenem Bergwerk am Schneeberg.

Weiter führte der Weg zunächst extrem steil auf Asphalt, später dafür etwas falcher und idyllisch das Lazzacher Tal hinauf, in dem die Überreste des Bergbaus zu sehen sind. Auf gut 2.100 Metern Höhe erreichten wir die Moarer Bergalm. Hier war eine Einkehr geplant, aber leider war die Alm für Gäste kurzfristig an diesem Tage geschlossen, so dass wir eine "Riegelvesper" abhielten und bei wieder besserem Wetter bald wieder aufbrachen.

Nach rd. 2 Stunden über die anschließende 600 Höhenmeter zährende Tragepassage erreichten wir die Schneebergscharte, von wo aus wir dicht gedrängt (Aussichts- und Standplätze sind dort leider beschränkt  ;-)) gigantische Ausblicke in verschiedenste Alpenregionen genossen. Unser Tagesziel, die Schneeberghütte lag nun in Sichtweite und wurde binnen einer weiteren Stunde erreicht. Da wir recht früh eintrafen, konnten wir uns die vorhandenen Liegestühle zu eigen machen und das hochalpine Panorama im Grenzgebiet zum Timmelsjoch bei einem kühlen Getränk und Apfelstrudel genießen.

4. Etappe: Dienstag, 06.09.2016 (2100 Hm, 50 km)

Schneeberghütte  – Pfelders –Stettiner Hütte - Eisjöchl (2.895 m) - Schnalstal - Naturns
Der 4. Tag begann für alle mit einem gepflegten Downhill von der Schneeberghütte hinab nach Moos im Passeiertal. Rund 1.400 Hm abwärts über Trails und Wege zu fahren, ließ unsere Herzen schon am Morgen etwas höher schlagen. Nach dieser Abfahrt hieß es für den einen Teil unserer Gruppe dann via Passeiertal und Meraner Höhenweg nach Naturns zu fahren, wo der spätere Treffpunkt mit dem anderen Teil unserer Gruppe lag, dessen Route an diesem Tage via Eisjöchl nach Naturns führen sollte.

Also ging es bei bestem Wetter für die 'Hartgesottenen' los in Richtung Pfelders über Asphalt und von dort aus über eine gut befahrbare Schotterpiste zur Lazins Alm.  Nach anschließenden gut 2,5 Stunden Schiebens und Tragens hatte unsere 5-köpfige Gruppe die gut 1.100 Hm bis zum Eisjöchl (2.895 m) überwunden. Neben dem ehemaligen Standort der Stettiner Hütte am Eisjöchl, die derzeit nur im Tagesbetrieb in Form eines Holzprovisoriums geöffnet hat, gab es eine ordentliche Knödelsuppe zur Stärkung, die wir auch dringend benötigten, denn ein weiteres Highlight des Tages stand uns ja noch bevor: Der Downhill nach Naturns (528 m) - also eine durchgehende Abfahrt über fast 2.500 Höhenmeter - über die Eishöfe, durch das Pfossental weiter ins Schnalstal hinab bis nach Naturns i. Vinschgau, die wir als eine der schönsten und längsten Trailabfahrten überhaupt empfanden.

Die leichtere, aber nicht minder schöne Alternativroute an diesem Tage, führte unsere andere Gruppe über das wunderschöne Passeiertal und Teile des Europäischen Fernwanderweges E5 nach St. Leonard im Passeiertal,  wo eine Mittagspause eingelegt wurde. Weiter ging es dann bis Meran. Leider wurden uns in Meran bei einer kurzen Sightseeing Tour zwei abgeschlossenen Bikes gestohlen. Nach Anzeige bei der Polizei ließen sich unsere zunächst geschockten beiden Mitstreiter aber nicht beirren und so ging es mit 2 Leihbikes von "Ötzi Bike" in Naturns schließlich doch noch weiter.

5. Etappe: Mittwoch, 07.09.2016 (1900 Hm, 41 km)

Naturns - Naturnser Alm - Vigiljoch - St. Pankraz - St. Walburg (Ultental)
Am heutigen Tag stand uns die Königsetappe bevor. Zunächst auf Asphalt, später auf gut fahrbarem Schotterweg ging es ständig bergauf bis zur Naturnser Alm auf 1.910 m. Nach dem kräfteraubendem Aufstieg über 1.400 Höhenmeter am Stück legten wir eine stärkende Mittagspause ein, bevor es weiter zum Vigiljoch (1.743 m) ging.

Mit beeindruckenden Aussichten ins Vinschgau auf Texelgruppe und Etschtal bis Bozen zeigte sich das Vigiljoch als markanter Wegpunkt, der uns weiter über Wege und Trails bis nach St. Pankraz ins Ultental führte. Von dort aus ging es dann rd. 12 km auf Asphalt durch einige Tunnel wieder aufwärts bis St. Walburg (1.131 m), wo wir im Hotel Pöder bestens nach unseren Wünschen empfangen wurden.

6. Etappe: Donnerstag, 08.09.2016 (1500 Hm, 23 km)

St. Walburg (Ultental) - St. Gertraud (Ultental) - Rabbijoch - Haselgruber Hütte
Wieder von blauem Himmel begleitet, starteten wir am 6 . Tag unserer Tour einmal etwas später. Nachdem Riegel und Wasser wieder aufgefüllt waren, ging es zunächst am Zoggeler Stausee vorbei bis kurz vor St. Moritz.

Mit genügend Zeitpolster versehen, entschieden wir uns, von dort aus den Höfeweg bis St. Gertraud zu fahren. Hier ging es über Wirtschaftswege sowie  steinige und wurzelbehaftete Trails mit tollen Blicken ins Ultental an alten herrlichen Höfen vorbei.

In St. Gertraud angekommen war es dann Zeit für einen gepflegten Cappuccino, der den dann moderaten Schotteranstieg zur Kirchbergalm stärkte, die wir ca. eine Stunde später erreichten. Nach dortiger ausgedehnter Mittagspause waren die letzten 4 km (fast) nur noch Schieben angesagt. Der Schotterweg war zwar für Hartgesottene fahrbar, aber einfach sehr steil und grob. Ab der letzten kleinen Alm vor dem Pass bestand der Aufstieg fast nur noch aus steinigen Stufen, so das in Anbetracht der folgenden Tage mit den Kräften gespart und geschoben wurde. Nachdem wir uns dann am Rabbijoch (2.460 m) wieder gesammelt hatten, ging es noch ein paar Höhenmeter auf steinigen Passagen abwärts zur Haselgruber Hütte, wo Hilde und Familie uns auf's herzlichste (sogar musikalisch) empfingen und nach einem ordentlichem Abendmenü in die Betten verabschiedete.

7. Etappe: Freitag, 09.09.2016 (1600 Hm, 41 km)

Haselgruber Hütte - Dimaro (Val di Sole)  - Rifugio Graffer (2261m)
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von der Haselgruber Hütte mit einem wunderbaren Blick auf die Brenta Gruppe.

Nach einem kräftigen Frühstück machten wir uns über absolut traumhafte Trails auf den Weg ins Tal nach Rabbi. Anfangs sehr steil bergab über Almwiesen und Viehpfade, weiter über einen schmalen, steilen Wanderweg in engen Serpentinen bis zum Beginn eines Forstweges, der dann nach Malé führte.

Nachdem wir die gut 1000hm Downhill hinter uns gelassen hatten, ging es bis Dimaro eher locker dahin.

Wo die meisten Transalpler allerdings schon Richtung Riva fahren und sich in den Lago Di Garda stürzen, bogen wir noch mal in die Brenta ab. Hierzu mussten wir den langen Anstieg von Dimaro im Val di Sole zum Rifugio Graffer (2261m) im Skigebiet von Madonna Di Campiglio unter die Stollen nehmen!  Wie auch immer, es war ein zäher Aufstieg, denn der grobe Schotterweg mit seinen erheblichen Steigungen zum Rifugio Graffer (2.261m) verlangte uns alles ab - schließlich waren wir schon einige Tage im Sattel.

Aber wie so oft hatte die Anstrengung sich gelohnt, denn beim Anblick des gigantischen Panoramas und der fantastischen Aussicht war alles andere sofort vergessen.

8. Etappe: Samstag, 10.09.2016 (1000 Hm, 82 km)  - Letzter Tag unserer AlpTraum Tour !

Rifugio Graffer (2261m) - Passo Bregn da L'Ors - Ponte Arche - Riva del Garda
Früh morgens präsentierte sich uns ein genauso toller Sonnenaufgang wie -untergang am Tag zuvor. Die Freude war groß, denn wir hatten unser Ziel fast erreicht, und so starteten wir die letzte und längste Etappe Richtung Gardasee!

Über Madonna Di Campiglio führte uns der Weg durch die Adamello Berge der Brenta über den Passo Bregna da L'Ors nach Ponte Arche und dann, auf den letzten Höhen über Arco, zu unserem Ziel nach Riva del Garda. Auch hier war noch mal kurzes Schieben angesagt, aber dafür gab es anschließend eine schöne sehr lange Abfahrt und die schroffen Felsen der Brenta konnten bestaunt werden.

Logisch, dass wir bei Ankunft in Riva zur Belohnung erstmal ein Bad im See bei mediterranem Klima genossen und im Hafen von Riva ein paar kühle Getränke verköstigten

 ... denn WIR hatten es geschafft!

 

WIR, 16 Mitstreiter/-Innen, die alle ihren persönlichen 'AlpTraum' wahr gemacht haben.

Bei einem anschließenden Abendessen, kalten Getränken und einem guten Mojito im Hafen von Riva haben wir unsere Tour Revue noch einmal passieren lassen und die vergangenen Tage gebührlich gefeiert. Das zwei unserer Bikes in Meran gestohlen wurden, war zwar mehr als unschön, tat aber unserer guten Stimmung keinen Abbruch.

Bleibt nur die Frage, wann die Rücksäcke wieder für ein neues Bike Abenteuer gepackt werden und wohin die nächste große Tour wohl gehen mag!? Ideen gibt es schon - aber die brauchen noch Zeit. Bis dahin zehren wir von der Erinnerung an unseren Alpencross und der Aussicht auf Neues.

Zum Schluss noch das Wichtigste: Ein riesiges Dankeschön an unsere MTB Guides Holger & Holger, die mit langer und ausgefeilter Planung alle 16 Teilnehmer wohlbehalten über die Berge gebracht haben.

© 2016, DAV Bad Hersfeld - Alle Tourdaten ohne Gewähr


Zurück nach oben

Sektion Bad Hersfeld e.V.

Unsere Sektion wurde 1950 gegründet und hat derzeit ca. 800 Mitglieder. Damit sind wir momentan der drittgrößte Verein in Bad Hersfeld.

Informieren Sie sich von unserem aktiven Vereinsleben und sprechen uns persönlich auf unserer Geschäftsstelle an.

Anfahrt

Geschäftszeiten

Mittwochs von 16:30Uhr bis 18:30Uhr

Adresse

Deutscher Alpenverein
Sektion Bad Hersfeld e.V.
Am Berg 3
D-36251 Bad Hersfeld
+49.6621.78333
+49.6621.6401350