Mountainbike - September, 2018

Alpine Panoramatour im Grenzland zwischen Italien und Schweiz

Alle fünfzehn Mountainbikes waren verladen und die Rucksäcke gepackt. Die Vorfreude auf unsere fünftägige Tour war bei allen groß. Doch auch etwas Anspannung (Nervosität) war dabei. Denn der Wetterbericht verhieß für die bevorstehende Tour nicht unbedingt das Beste.

 

Mittwoch:

Um 5.30 Uhr ging es in Fahrgemeinschaften nach Südtirol in die Ortschaft Stilfs.  Stilfs liegt auf 1300 m an einem steilen Hang im Vinschgau zwischen Prad und Stilfser Joch, nahe der Schweizer Grenze. Nach pünktlicher Ankunft starten wir um 14.00 Uhr bei bestem Wetter zur anfänglichen Halbtagestour zum Einradeln. Erst ein kurzes Stück auf der Straße, dann weiter auf einem Forstweg ging es kontinuierlich durch eine Waldgebiet bergauf. Nach 800 Hm erreichten wir die Obere Stilfseralm (2077m) und genossen bei Cappuccino und Kuchen den faszinierenden Ausblick auf den schneebedeckten Ortler.
Die Abfahrt zurück nach Stilfs verlief über einen technisch einfachen, aber wunderschön flowigen Trail, der uns für die folgenden Tage schon mal in Bike-Stimmung brachte.  So konnte es die nächsten Tage weitergehen.

 

Donnerstag:

Der erste Blick morgentliche aus dem Fenster jedoch verhieß zunächst nicht viel Gutes. Graue Wolkenvorhänge und Dauerregen bei gemäßigten Temperaturen dämpften die Schönwetter-Euphorie des Vortages ein wenig. Aber nichtsdestotrotz packten wir unsere sieben Sachen und fuhren mit den Autos nach Santa Maria auf der Schweizer Seite des Münstertals, unserem Startpunkt der Tour.

Zum Glück ließ der Regen schon bald nach und im Laufe des Vormittags wandelte sich ein grauer in einen freundlichen sonnigen Biketag. Dies vorweg.
Bei also noch feuchtkühlem Wetter starteten wir in Santa Maria und folgten der Passstraße zum Ofenpass auf 2149 m. Am Ofenpass angekommen folgten wir links von der Straße abwärts einem leichten Trail zur Alp Buffalora. Ein folgend kurzer, jedoch steiler Aufstieg zur Hochebene Buffalora erwartete uns anschließend. Dort durchfuhren wir eine hügelige, wunderschöne und fast höhengleiche Landschaft bis zum Passo Gallo. Mit einem herrlichen Panorama auf den Lago di Livigno begann nun eine wunderschöne Trailabfahrt durch das urige Val del Gallo bis zum Lago di S. Giacomo. Dort verlief der weitere Weg rechts am Seeufer entlang und bog bald rechts, nach einer Brücke, in Richtung des Passo Trela ab. Zunächst ging es sehr steil aufwärts bis zur Malga Trela und dann über herrliche Wiesentrails weiter aufwärts bis zum Passo Trela, 2268 m. Von dort aus grüßte uns eine kilometerlange Trailabfahrt bis zum Lago di Livigno, der uns anschließend auf der linken Seeuferseite fast bis zu unserer Unterkunft in Livigno geleitete.

In Livigno trafen wir nach einem langen und herrlichen Biketag dann auf eine grandiose Mischung aus Bike, Birra, Caffè und Cucina, die uns mit italienischer Gelassenheit einen lustigen Ausklang des Tages beim Apres-Bike bescherte. Perfetto!

 

Freitag:

Leider machte Der Wetterbericht seine Botschaften wahr und wir begannen den Tag nach einem ausgiebigen Frühstück im kühlen Regen. Dieser sollte uns auch den ganzen Tag bei einstelligen Temperaturen erhalten bleiben.  Ziel des Tages war es, im Trail-Bikepark Livigno die umgebenden Trails abzufahren. Da wir uns ‚nicht lumpen‘ ließen, wurde trotz widriger Umstände am Vormittag aufgesattelt. So ging es mit dem Lift Carosello 3000 hinauf ins eigentliche Skigebiet und dann auf einem der Tutti-Frutti-Trails flowig ins Tal hinab. Trotz schlechter Sicht und kalter Hände war Spaß hier garantiert. Auch eine zweite Gondelfahrt und Abfahrt war noch drin, bevor uns Kälte und Nässe dann die Rückkehr zur Unterkunft nahelegten. Das geplante Pensum des Tage konnte zwar nicht ausgeschöpft werden, aber immerhin verblieb ein Eindruck von dem, was Livigno bikemäßig zu bieten hat.

 

Samstag:

Nach der zweiten Nacht in Livigno, die ziemlich verregnet und in den Höhen sogar verschneit war, starteten wir, begleitet von weißen Bergspitzen, am vierten Tag unsere Tour zum Stilfser Joch,  wo auch unsere letzte Unterkunft lag.

Gut gestärkt vom Frühstück im Hotel Bondi fuhren wir von Livigno in Richtung Val Mora, eines der schönsten Bergtäler der Schweiz. Der Weg von Livigno aus verlief erst auf Rad- und Wanderwegen mit relativ viel Publikum, aber wenig Höhenmetern im Tal und am See entlang. Kurz danach erreichten wir eine kleine Alm, wo wir uns die Regenklamotten auszogen, denn der Regen der Nacht hatte inzwischen aufgehört. Von dort aus hieß es mal wieder „Höhenmeter wegschnuckeln“. Das Ganze taten wir auch dann auf gut erhaltenen Militärwegen mit kernigen Anstiegen. Die weitere Fahrt durch das Val Mora war ein Naturerlebnis der besonderen Art. Da dieses Tal dem weitgereisten Mountainbiker wohl kein Unbekanntes ist, waren wir dort nicht die einzigen Biker und hatten hin und wieder Gegenverkehr. Die anschließende Abfahrt Richtung Santa Maria wurde wieder von leichtem Regen und kühlen Temperaturen begleitet, was uns nach diesem Mountainbike- und Bergerlebnis aber wenig störte. Vom Parkplatz in Santa Maria aus starteten wir nun, einige mit PKW, einige mit dem Rad, Richtung Stilfser Joch. Da die Zufahrt zum Stilfser Joch an diesem Tag für PKW bis 16 Uhr gesperrt war, kamen wir alle ziemlich zeitgleich an. Dort oben erwartete uns Nebel und der erste ordentliche Schnee der Saison 2018/19.

 

Sonntag:

Leider, leider konnten wir den letzten Tag unserer Tour nicht wie geplant gestalten. Vorgesehen war eine frühe Abfahrt über den auf dem Stilfser Joch beginnenden Goldseetrail bis hinunter nach Trafoi. Durch die geschlossene Schneedecke, Schneefall und Regen jedoch entschieden wir uns dazu, dieses Highlight ausfallen zu lassen. Schade, aber Vernunft geht vor Risiko und somit verbleibt der Goldseetrail halt noch etwas länger auf unserer ‚Liste offener Trails‘.

Sei‘s drum, wir sind nachmittags alle wohlbehalten wieder zu Hause angekommen und nun, nach ein paar Tagen, zehren wir von der zwar teils nasskalten, aber dennoch tollen Tour, die unsere Guides Holger und Holger mal wieder mit viel Hingabe ausgetüftelt haben.

Ein großes Dankeschön an EUCH von uns ALLEN.


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