Mountainbike - Juni, 2017

Trans-Slowenien 2017

Nachdem wir in den letzten Jahren schon häufig die österreichischen und italienischen Alpen befahren haben, sollte im diesjährigen Frühsommer mal "etwas Anderes" auf dem Programm stehen: Die Durchquerung Sloweniens von Nord nach Süd sollte also unser diesjähriges Bike-Highlight werden.

So wurde als Startpunkt Kranjska Gora im slowenischen Norden, als Ziel das Küstenstädtchen Piran im südlichen Landesteil auserkoren.

Gesagt, getan! Wir, 15 Mountainbiker-/Innen unserer Sektion sollten somit einer 6-tägigen Route mit mit ca. 360 km und 10.000 Höhenmetern folgen.

1. Tag: Kranjska Gora  - Kobarid

Also ging es am ersten Tag von Kranjska Gora bei schon morgens heißen Temperaturen die ersten fast 1000 Hm hinauf über die alte  Vrsic-Paßstrasse.

Den herrlichen Berg Triclav mit seinem Massiv links  liegen lassend  folgten wir dann der Paßstrasse in das Flußtal der Soča. Ihrem smaragdgrünen Verlauf folgten wir im Tal auf rund 30 km, um dann vor dem ersten Etappenziel den letzten massiven Anstieg von rund 1.200 hm ab Zaga auf Schotter- und alten Militärwegen zu erklimmen. Anschließend ging es auf dem erreichten Bergsattel über Maultierwege und verblockte Trails hinab nach Kobarid. Soviel vorneweg, dies war die härteste und längste Etappe der Tour, die wir aber alle wohlauf nach einem langen Biketag mit einem kalten 'Lasko' zufrieden beenden konnten.

2. Tag: Kobarid-Tolmin/Prapetno

Am zweiten Tag, gestärkt durch ein ordentliches Frühstück, ging es auf zu unserem heutigen Etappenzieles, Tolmin.

Nach unserem Start ging es bald wieder bergauf: über den Matajur und Kalovac und folgten wir weitgehend dem Alpe-Adria-Trail. Dieser führte uns zur Abfahrt nach Volce, die wahlweise über den  Straßenverlauf oder schottrige Downhills gefahren werden konnte. Rechtzeitig vor dem herrlichen Sonnenuntergang, kamen wir zu einer ordentlichen Speck- und Käseplatte an unserer Ankunft an.

3. Tag: Tolmin/Prapetno - Vipava

Gut ausgeschlafen konnte wir uns am dritten Tag bei zunächst moderaten Steigungen auf den ersten 25 km gut "einrollen".

Entlang der aufgestauten Soča ging es zunächst vorbei an Most na Soči in Richtung Idrijca und schließlich in das herrliche Trebuša-Tal. Auf einsamen, teilweise über 130 Jahre alten Schotter- und Asphaltstraßen galt es das schattenspendende Paradana-Waldgebiet nördlich des Mali Golak zu durchqueren. Beeindruckende Ausblicke in das Vipava-Tal konnten immer wieder gut von den Anstrengungen des langen Anstiegs ablenken. Von dort führte die Route auf Forstwegen und Trails wieder hinab nach Ajdovščina, von wo aus wir dann dem Tal auf Schotterwegen folgten und wohlbehalten Vipava erreichten.

4. Tag: Vipava - Postojina

Gleich zu Beginn der heutigen vierten Etappe ging es aus dem Ort Vipava heraus "stramm aufwärts". Nach einer kurzen Zwischenpausen an einer Kappelle erklommen wir das Nanos-Plateau.

Über eine Mischung von Trails, Asphalt-/Beton- und Schotterstraßen mit Rampen von teilweise über 20 % Steigung erreichten wir, begleitet von fantastischen Weitblicken in das umgebende Land, den höchsten Punkt der heutigen Etappe - die Berghütte auf dem Pleša. Auf anspruchsvollen Singletrails ging es dann bergab in Richtung Predjama, wo wir das einzigartige Höhlenschloss bewundern konnten. Nach hier einsetzendem warmem Regen erreichten wir auf Feld- und Waldwegen das heutige Etappenziel Postojna, bekannt für seine riesigen Karsthöhlen.

5. Tag: Postojina - Kozina/Slope

Mit nicht mehr ganz leichten Beinen streiften wir am fünften Tag morgens auf Schotterstraßen eines der größten nicht besiedelten Gebiete Europas: das Waldgebiet nördlich des Snežnik an der kroatischen Grenze.

Auf dem wohl schönsten Trail der Region und kleinen Sträßchen erreichten wir Pivka. Weiter auf Schotterwegen und Trails bewältigten wir auch den zweiten Anstieg des Tages. Durch die teils leichte Bewölkung blieb die richtig große Hitze der Vortage aus und wir erreichten eine nahezu unbesiedelte steppenähnliche Landschaft auf einem Mittelgebirgsplateau. Die riesigen kargen Pferdeweiden und die weite Sicht ließen bei vielen von uns Erinnerungen an alte Karl-May-Filme wach werden. Über eine weitere steinige Trailabfahrt verließen wir dann das Plateau und erreichten durch die Karstlandschaft vorbei an den Höhlen von Skocjan unsere Unterkunft in der Nähe von Kozina.

6. Tag: Kozina/Slope - Piran

Ohne Höhenmeter ging es natürlich auch am letzten Tag nicht: Zu Beginn der Schlussetappe ließen wir aber den letzten höheren Gipfel vor der Küste, den Slavnik (1028 m) links liegen, und fuhren eine Alternativroute.

Von dem Mittelgebirgsrücken bei Borst ließen sich dann erste Ausblicke auf das Mittelmeer bei Kober/Triest erhaschen. Weiter fuhren wir dann durch die nun mediterrane Landschaft zum Beginn des Dragonja-Tals. Dort begleiteten wir den Fluss in einem herrlich bewachsenen Tal auf staubiger Schotterpiste in Richtung Küste, die wir nach rd. 85 km dann erreichten.

Nach 6 Tagen, rund 360km und 10.000hm hatten wir also unser Ziel erreicht: das alten Küstenstädtchen Piran. Ein abkühlendes Bad im Meer und ein erfrischendes Getränk an der Küstenpromenade belohnten uns für diese herrliche Tour.

Den letzten Abend verbrachten wir bei mediterranem Klima selbstverständlich am Hafen und der Altstadt von Piran!

Unser Fazit: Sehr viele wechselnde Eindrücke galt es zu verarbeiten. Neben herzlichen Menschen haben wir von hochalpiner bis mittelgebirgsgeprägter Landschaft ein teils wildes und unberührtes Slowenien kennengelernt. Ein oft nicht leicht zu befahrendes Gelände, ein jetzt im Juni wohltuendes mediterranes Klima sowie eine angenehme Schlichtheit des Landes hat bei allen Teilnehmern - unserer wieder einmal toll funktionierenden Biketruppe - einen bleibenden und begeisterten Eindruck hinterlassen.

Für eine außergewöhnliche Idee und die tolle Organisation möchten wir uns als Teilnehmer der Tour bei unseren DAV MTB-Guides Holger & Holger wieder herzlich bedanken.

Steckbrief / Tourdaten:

Datum: 10.-16.06.2017
15 Teilnehmer-/Innen
rd. 360 km, rd. 10.000 Hm

 

Wir möchten uns bei Peter Immich von "www.MTB-Slowenien.de" bedanken, der uns mit seinem "Transslowenien-Selfguide-Paket" die Tourdaten zur Verfügung gestellt und die Unterkünfte gebucht hat. Ohne diese Daten wären die versteckten Trails für uns so nicht auffindbar gewesen.
Vielen Dank dafür
Holger & Holger

Jeder der diese oder eine andere Tour in Slowenien plant ist "www.MTB-Slowenien.de" wärmstens ans Herz zu legen.


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